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Zwölf Flaschen Whisky hatte ich in meiner Keller - Bar. Sie blieben alle überich aus dem vergang‘nen Jahr. Doch heut, am Neujahrsmorgen, da mich der Kater grämt, sagt mir mein Weib treu sorgend, dass jede Frau sich schämt, wenn sie zu früher Stunde den Gatten krank und matt will küssen mit dem Munde, und der noch eine Fahne hat. Drum soll ich bessern mich fürwahr, den Whisky in den Ausguss kippen. Nichts trinken mehr im neuen Jahr, nur hin und wieder noch mal nippen. Besserung will ich geloben, noch gar verschwommen ist mein Sinn - zwölf Flaschen hole ich nach oben und schleppe sie zum Spülstein hin. Die erste Flasche ist entkorkt, ergießt sich in das Becken; ein Gläschen hab’ ich mir geborgt, einmal noch will ich schmecken. Jetzt kommt das zweite Exemplar, bei dem, wie schon beschrieben, exakt genauso ich verfahr‘, das geht bis nummro sieben. Die Flasche zieh‘ ich aus dem Stopfen von Nummer acht, und trink sie fein, bis auf den letzten Tropfen, den schütt‘ ich in den Spülstein rein. Der neunte Ausguss naht herbei, den Korken zieh‘ ich ihm heraus trink nur ein Fläschchen - einerlei das Whiskyglas, das schütt‘ ich aus. Den Whisky grad‘ noch ich erhasche, zieh ihn aus dem zehnten Glas füll‘ den Ausguss in die Flasche und trink den Korken so zum Spaß. Das elfte Glas dreht seine Runde, ich trinke schnell den Ausguss leer, den Korken führe ich zum Munde und fühle keine Flasche mehr. Als all der Whisky ist heraus, halt‘ ich mit einer Hand das schwankend - wackelige Haus fest, an der Spülsteinwand. Zählend fühlet meine Linke all die Flaschen, Korken, Glas während ich die Reste trinke aus dem Ausguss - whiskynass. Die Gegenstände sind addiert, verzählt hat meine Hand sich. Trotzdem die Summe ich halbiert, hab ich noch neunundzwanzig. Ich muss es prüfen, wie ihr seht, der Ehrgeiz lässt mich sorgen, drum zahl ich alles, was sich dreht, Ausgüsse, Flaschen, Korken. Hab ich es mir nicht gleich gedacht, der Prüfung Richtigkeit erweist sich, denn als den Schlussstrich ich gemacht da sind es siebnunddreißig. Die Rechnung stimmt mich sehr besonnen, erfüllet ist mein Schwur. Der Whisky ist verronnen vorbei ist die Tortur. Verblieben ist mir nur mein Haus ach ja - und eine Flasche! Die trink ich jetzt gemütlich aus, sie war noch in der Tasche. Reinhard Stenzel |
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